Steuerkette: BMW setzt auf zu anfällige Konstruktionen

Claudia Claudia
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Moderne Motoren müssen hohen Ansprüchen genügen: Sie sollen kraftvoll, effizient und emissionsarm sein. Genau diese Kombination des sogenannten "Downsizing" führt allerdings dazu, dass manche Bauteile stärker beansprucht werden und schneller verschleißen. Besonders betroffen sind oft, Kolben, Lager und vor allem die Steuerkette. BMW-Motoren sind davon häufig betroffen, der 1,6 Liter Turbomotor ist ein typisches Opfer. 

Inhaltsverzeichnis

Der 1,6‑Liter‑Turbomotor aus dem Hause BMW, ist in vielen Mini‑Modellen sowie im BMW 1er (F20/F21) und sogar in Fahrzeugen französischer Hersteller verbaut. Das Aggregat entstand in Kooperation mit der PSA‑Gruppe – und genau hier liegt der Ursprung vieler Probleme.

Eine seiner größten Schwachstellen betrifft die Steuerkette: BMW hat bei diesem Motor ein System entwickelt, das sich konstruktiv als sehr anfällig erweist. Deswegen lässt die Steuerkette BMW in einem schlechten Licht erscheinen, da sie bei vielen Motoren als Schwachpunkt gilt. Dabei ist die Idee hinter der Kette an sich keineswegs schlecht: Sie soll im Gegensatz zum Zahnriemen wartungsfrei sein und die Kurbelwelle dauerhaft mit den Nockenwellen verbinden.

Die Steuerkette: BMW hat konstruktive Schwächen geschaffen

Die Steuerkette verbindet die Kurbelwelle mit den Nockenwellen und sorgt dafür, dass der Motor zur passenden Zeit sein Gemisch zur Verbrennung erhält und auch wieder los wird. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Konstruktion stark von Öldruck, Temperatur und Ölqualität abhängig ist. Die Steuerkette wird über Gleitschienen und hydraulische Kettenspanner gespannt. Wenn der Öldruck beim Starten nicht sofort aufgebaut wird, wird die erforderliche Spannung nicht erreicht – mit fatalen Folgen: Fehlt die Spannung, überspringt die Steuerkette. BMW hat sie besonders empfindlich konstruiert. Der Kolben trifft dann auf ein noch offenes Ventil, wodurch sich das Ventil verbiegt und der Motor schwere mechanische Schäden erleidet. Der Motorschaden ist oft vorprogrammiert
Marvin zeigt, was passiert, wenn die Steuerkette BMW überspringt, dann treffen Kolben und Ventil aufeinander.Wenn die Steuerkette überspringt, treffen Kolben und offenes Ventil aufeinander, was zu Schäden führt.

Weitere Schwachstellen neben der Steuerkette

Doch das Problem geht weit über die Kette hinaus. In vielen Fällen findet man zusätzlich weitere Faktoren, die Motorschäden verursachen:

  • Kolbenringstegbruch: entsteht durch zu hohe Verbrennungstemperaturen und unzureichende Kühlung.

  • Defekte Injektoren: spritzen zu viel Kraftstoff ein, was die Kolbentemperatur stark erhöht.

  • Kurzstreckenbetrieb: verhindert, dass der Motor richtig warm wird, wodurch sich Wasser im Öl sammelt.

Bei zu hohen Temperaturen schmelzen die Kolbenringe.


Ein weiterer Schwachpunkt betrifft die Einspritzanlage. Undichte oder defekte Injektoren führen dazu, dass zu viel Kraftstoff in den Brennraum gelangt. Der überschüssige Sprit verbrennt nicht vollständig, verdünnt das Motoröl und erhöht gleichzeitig die Temperatur. Das Öl verliert seine Schmierfähigkeit, wodurch Lagerschäden entstehen können. Hier lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung – Teststreifen, die den Kraftstoffanteil oder Wassergehalt im Öl anzeigen, sind kostengünstig und effektiv.

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Problem bei Kurzstrecken: Es trifft abermals die Steuerkette

Besonders Kurzstreckenfahrer leiden unter folgendem Problem: Wird der Motor nie richtig warm, bildet sich Kondenswasser im Ölkreislauf. Das beschleunigt Korrosion, lässt den Öldruck abfallen und schadet langfristig der Schmierung. Bei einer zu geringen Öltemperatur bleibt die Viskosität hoch, was die Funktion der Kettenspanner zusätzlich beeinträchtigt. Als Folge rasselt die Steuerkette. 

BMW hat hier auf zu sehr auf eine druckabhängige Lösung gesetzt, die die Lager beschädigen kann. Denn im 1,6‑Liter‑Motor regeln kleine Ventile im Block, wann die Kolbenbodenkühlung aktiviert wird. Diese Ventile sollen eigentlich nur bei Last und erhöhtem Druck öffnen, bleiben aber im Alter häufig hängen. Zwei von vier defekten Ventilen reichen bereits, um einen spürbaren Druckabfall zu verursachen. Das Ergebnis: Die Steuerkette erhält zu wenig Spannung, und der Motor läuft unruhig.


Marvin testet VentilDer Test zeigt: Das Ventil ist offen, wenn es geschlossen sein sollte.

Der kritische Einfluss des Öldrucks

Der Öldruck spielt in modernen BMW‑Turbomotoren eine entscheidende Rolle. Die Probleme sind:

  • zu dünnes Öl, um Emissionsgrenzen einzuhalten

  • bei steigendem Alter vergrößert sich das Lagerspiel

  • bei sinkendem Öldruck funktioniert die Kette nicht mehr zuverlässig

Um Emissionsgrenzen einzuhalten und Reibung zu verringern, hat man Motoren und Pumpen so ausgelegt, dass sie mit möglichst dünnem Öl arbeiten. Je niedriger die Reibung, desto geringer der Kraftstoffverbrauch – ein politisch und wirtschaftlich gewünschter Effekt. Doch für die Bauteile im Inneren des Motors bedeutet das zusätzliche Belastung. Sinkt der Öldruck, weil Ventile und Lager im Laufe der Jahre verschleißen, leiden vor allem die Kettenspanner und die Lagerstellen der Kurbelwelle. Nur bei konstantem Druck lässt sich gewährleisten, dass die Steuerkette korrekt gespannt bleibt, während Kolben, Lager und Ventile zuverlässig geschmiert werden.

Die Lösung: Verbesserte Ölpumpe rettet Steuerkette und Co!

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen diese Schwachstellen ist der Einbau einer sogenannten „Update‑Ölpumpe“. Diese Pumpe besitzt eine geänderte Druckkennlinie und hält den Öldruck auch bei Leerlauf oder niedriger Drehzahl stabil. Dadurch wird nicht nur die Lebensdauer der Lager erhöht, sondern auch die Spannung der Steuerkette bleibt konstant. Viele freie Werkstätten bieten den Austausch dieser Baugruppe bereits an. Der Einbau ist mit etwas Erfahrung in wenigen Stunden erledigt und verlängert die Lebensdauer des Motors deutlich.

Parallel dazu empfehlen Fachbetriebe, die Ölspritzdüsen gründlich zu prüfen oder beim Tausch der Kette gleich zu ersetzen. Sie sind entscheidend für die Kolbenbodenkühlung und damit für die Wärmeabfuhr im Brennraum. Nur so lässt sich das Risiko für Kolbenbrüche und Folgeschäden senken.

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Steuerkette wechseln – diese Maßnahme reicht nicht aus!

Viele Fahrzeughalter reagieren auf Rasselgeräusche, indem sie die Kette austauschen lassen. Doch der reine Kettenwechsel ist selten ausreichend. Wer die Steuerkette im BMW 1er oder anderen Modellen ersetzen lässt, sollte gleichzeitig die Ölversorgung, Kettenspanner, Schienen und Ölspritzdüsen prüfen. Denn bleibt die Ursache – also zu geringer Öldruck – bestehen, rasselt die neue Kette nach kurzer Zeit erneut. Eine gründliche Instandsetzung kostet zwar mehr, verhindert aber sicher Folgeschäden.

Ein weiteres wichtiges Thema ist das richtige Öl. Dünnflüssige Öle wie 0W‑20 wurden eingeführt, um Reibungsverluste zu reduzieren und Emissionen zu senken. Für ältere oder hochbelastete Motoren kann jedoch ein etwas zähflüssigeres Öl (z. B. 5W‑30 mit Herstellerfreigabe) die bessere Wahl sein, da es bei hohen Temperaturen stabiler bleibt und die Schmierung verbessert.


Marvin zeigt neue Ölpumpe, die hilftEine neue Ölpumpe rettet nicht nur die Steuerkette. BMW Kunden können sie in 2-3 Stunden einbauen lassen.

Fazit

Die Steuerkette im BMW steht beispielhaft für die Herausforderungen moderner Motorentechnik. Sie zeigt, wie stark Mechanik, Öldruck und thermische Belastung zusammenhängen und wie kleine Bauteile über die Lebensdauer eines Motors entscheiden können. In den 1,6‑Liter‑Turbomotoren wird deutlich: Fehlender Druck, verschlissene Düsen oder defekte Spanner führen schleichend zu schwerwiegenden Schäden. Wer frühzeitig handelt und auf technische Zusammenhänge achtet, bewahrt sich vor teuren Motorschäden – und sorgt dafür, dass auch die Steuerkette wieder das tut, was sie soll: den BMW‑Motor viele Jahre zuverlässig antreiben.

Deine Steuerkette rasselt und du weißt nicht, was du tun sollst? Schreib uns, wir helfen gern.

Fragen & Antworten

Warum gilt die Steuerkette bei bestimmten BMW-Motoren als Schwachstelle?

Bei einigen Motoren ist die Steuerkette stark vom Öldruck abhängig. Sinkt dieser, kann die Kette nicht mehr ausreichend gespannt werden, was zu Überspringen und schweren Motorschäden führen kann.

Welche Motoren sind besonders von Steuerkettenproblemen betroffen?

Besonders häufig betroffen ist der 1,6-Liter-Turbomotor, der in verschiedenen BMW-Modellen sowie in Mini-Fahrzeugen eingesetzt wurde und aus einer Kooperation mit der PSA-Gruppe stammt.

Welche Schäden entstehen, wenn die Steuerkette überspringt?

Überspringt die Kette, kollidieren Kolben und Ventile miteinander. Die Ventile verbiegen sich, der Motor verliert seine Funktion und gilt in der Regel als wirtschaftlicher Totalschaden.

Welche Rolle spielt der Öldruck bei der Haltbarkeit der Steuerkette?

Der Öldruck ist entscheidend für die hydraulische Spannung der Kette. Fällt er ab, beginnt die Kette zu rasseln, was den Verschleiß beschleunigt und weitere Motorschäden begünstigt.

Warum sind defekte Ölspritzdüsen ein Problem für den Motor?

Ölspritzdüsen kühlen die Kolben von unten. Sind sie defekt und lassen dauerhaft Öl durch, sinkt der Öldruck im Leerlauf, was sowohl die Kette als auch Lager schädigen kann.

Reicht es aus, nur die Steuerkette zu wechseln?

Nein. Wird lediglich die Kette erneuert, ohne die Ursache des niedrigen Öldrucks zu beheben, kann auch die neue Kette erneut Schaden nehmen.

Welche Anzeichen deuten frühzeitig auf Probleme hin?

Typische Warnsignale sind Rasselgeräusche beim Start, Metallspäne im Öl, unruhiger Motorlauf oder ein auffälliger Kraftstoff- oder Wasseranteil im Motoröl.

Warum treten diese Probleme oft erst mit zunehmendem Fahrzeugalter auf?

Mit der Zeit vergrößert sich das Lagerspiel im Motor. Dadurch sinkt der Öldruck weiter ab, was die empfindlichen Bauteile stärker belastet und bestehende konstruktive Schwächen offenlegt.

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